Bilanzpressekonferenz
Der Vorstand auf der Bilanzpressekonferenz am 3. Mai 2011
Detthold Aden: Die Krise ist vorbei. Aber nach Krise ist nicht vor der Krise. Es gibt strukturelle Veränderungen. Darauf stellen wir uns ein.
Das betrifft den Umschlag konventioneller Güter im Neustädter Hafen aber vor allem den Geschäftsbereich AUTOMOBILE.
Durch die schwache Inlandsnachfrage und die geringen Importzahlen haben wir auf den Terminals, in den Technikzentren und bei den Transporten auf der Straße Probleme.
Deshalb nutzen wir vorübergehend Terminalflächen in Bremerhaven für die Lagerung und den Umschlag von Windenergieanlagen. Kerngeschäft bleibt aber der Auto- und Containerumschlag.
Das Geschäftsjahr 2010 stand insgesamt im Zeichen einer unerwartet positiven Entwicklung. Davon konnten alle Geschäftsbereiche profitieren.
Unser Vorsteuerergebnis hat sich gegenüber 2009 auf 34,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Unsere Umsatzerlöse beliefen sich auf knapp 900 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von etwa zehn Prozent.
Am Umsatz sind die drei operativen Geschäftsbereiche jeweils mit rund einem Drittel beteiligt.
Den entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisentwicklung hatte das wachsende Geschäftsvolumen bei gleichzeitigen Kostensenkungen - unterstützt vom wachsenden Welthandel.
In unserem Geschäftsbereich AUTOMOBILE haben wir 2010 insgesamt gut 5,4 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, technisch bearbeitet und transportiert. 2009 waren es nur 4,6 Millionen.
Im Geschäftsbereich CONTRACT haben wir im Geschäftsfeld Handelslogistik die Krise nicht bemerkt. Die Geschäfte werden von der Binnennachfrage getragen. Wir sind mit den starken Marken unserer großen Bestandskunden und durch neue Geschäfte gewachsen.
Zu den starken Marken gehören Tchibo, adidas/Reebok, Griesson de Beukelaer, BMW, Mercedes, MAN, VW, Bosch, Konica Minolta, Siemens und Ikea.
Zudem haben wir ein neues Geschäftsfeld entwickelt - die Logistik für Offshore-Windanlagen. Es gibt bereits konkrete Geschäfte. Das wird sich verstärken, wenn der große Bau-Boom einsetzt.
Im Geschäftsbereich CONTAINER ist unser Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE im Terminalnetzwerk um 5,2 Prozent auf 12,6 Millionen TEU gewachsen. Dabei war Bremerhaven der wesentliche Wachstumsträger.
Der Betriebsbeginn des EUROGATE Container Terminals Wilhelmshaven wurde auf August 2012 festgelegt. Das ist aus heutiger Sicht ein optimaler Zeitpunkt.
Insgesamt erwarten wir auch in diesem Geschäftsjahr weiteres Wachstum. Das gilt für unsere Umsatzerlöse und für unser Vorsteuerergebnis. Geplant ist ein EBT von mehr als 40 Millionen Euro.
Hillert Onnen: Wir haben 2010 einen Konzernumsatz von 897,4 Millionen Euro erreicht. Das sind 9,6 Prozent mehr als 2009. Der Umsatz liegt mit einem Zuwachs um 22,1 Prozent wieder auf dem Rekordniveau von 2008.
Der überwiegende Anteil des Zuwachses entfällt auf den Geschäftsbereich CONTRACT (+ 50). Die Geschäftsbereiche AUTOMOBILE (+ 20) und CONTAINER (+ 5) verzeichneten aber ebenfalls wachsende Erlöse.
Nach dem starken Rückgang des operativen Ergebnisses EBIT im Vorjahr hat der Konzern 2010 ein um 14,7 Millionen Euro verbessertes EBIT von 49,9 Millionen Euro erwirtschaftet.
Während die Geschäftsbereiche CONTAINER (+ 8) und CONTRACT (+ 5,5) sowie die Zentralbereiche (+ 2) positiv zu der Entwicklung beitrugen, verzeichnet der Geschäftsbereich AUTOMOBILE (- 1) wegen des Auslaufens der Abwrackprämie einen leichten Rückgang.
Für das Geschäftsjahr 2010 errechnet sich eine auf das EBIT bezogene Umsatzrendite von 5,6 Prozent, nach 4,3 Prozent im Vorjahr.
Das Ergebnis vor Steuern EBT verdoppelte sich auf 34,1 Millionen Euro.
Die Bilanzsumme liegt mit 976,3 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau.
Die Investitionen in langfristige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich 2010 auf 33,6 Millionen Euro. 2009 waren es 77,8 Millionen Euro.
Das Eigenkapital stieg im Berichtsjahr um 18,6 Millionen Euro auf 330,4 Millionen.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2010 auf 33,8 Prozent. Im Vorjahr waren es 31,9 Prozent.
Auf der Grundlage des im Jahr 2010 erzielten Ergebnisses vor Steuern von 34,1 Millionen Euro ist ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 110,8 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Im Vorjahr waren es 83,4 Millionen.
2010 konnte die Nettoverschuldung des Konzerns um 52,4 Millionen Euro auf 349,1 Millionen reduziert werden. Die erforderlichen Finanzmittel wurden im Wesentlichen aus dem gestiegenen Konzernjahresüberschuss sowie der deutlich reduzierten Investitionen generiert.
Liquiditätsengpässe sind weder aktuell noch in absehbarer Zukunft zu erwarten.
Aufgrund der positiven Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 werden wir der Hauptversammlung im Juni vorschlagen, den in der Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanz gewinn zur Ausschüttung einer Dividende von 30 Cent je Stückaktie zu verwenden. Das sind fünf Cent mehr als im Vorjahr. Das entspricht einer Rendite von 12 Prozent.
Manfred Kuhr: Unser Geschäftsbereich AUTOMOBILE bietet mit Seehafen- und Inlandterminals, intermodalen Transporten und technischen Dienstleistungen ein umfassendes Logistikpaket für Fertigfahrzeuge.
Dazu gehören Umschlag, Lagerung, Technikzentren, speditionelle Leistungen sowie Transporte per Schiene, Straße und Wasser. Damit ist die Logistikkette von den Fahrzeugherstellern bis zu den Händlern komplett.
Mit diesem Netzwerk haben wir unsere führende Position in Europa im Geschäftsjahr 2010 weiter gefestigt.
Für Bremerhaven ist die neue Kaiserschleuse von großer Bedeutung. Sie wird nicht nur den größten Autoschiffen in Gegenwart und Zukunft gerecht. Sie ist auch für die Montageschiffe der Offshore-Anlagen geeignet.
Anfang dieses Jahres haben wir von der Erbengemeinschaft E.H. Harms die restlichen sechs Prozent der Anteile übernommen. Damit gehört das Unternehmen nun vollständig zur BLG.
Die Pkw-Fertigung der deutschen Hersteller stieg 2010 um 12 Prozent auf 5,5 Millionen Fahrzeuge. Bei einer schwachen Inlandsnachfrage sind aber die Exporte Richtung Asien und USA erheblich gewachsen.
In Deutschland ist mit Auslaufen der Abwrackprämie Ende 2009 die Nachfrage nach Importfahrzeugen eingebrochen. Das hat 2010 zu einer erheblichen Verschiebung von Import und Export bewirkt. Davon sind vor allem unsere Technikzentren und die Straßentransporte betroffen.
Unsere Lkw finden in Bremerhaven zu wenig Rückladung. Damit steigt die Zahl der Leertransporte. Die Maut wird aber trotzdem fällig.
Die Technikzentren sind überwiegend mit der Bearbeitung von Importfahrzeugen befasst. Dort hat sich das Volumen seit 2008 halbiert.
Der Geschäftsbereich AUTOMOBILE betreibt neben den Seehafenterminals in Bremerhaven, Gioia Tauro, Cuxhaven, Hamburg, Danzig und St. Petersburg auch mehrere Inlandterminals am Rhein und an der Donau.
Die Entwicklung der Inlandterminals ist von der deutschen Automobilkonjunktur geprägt. 2009 wurden noch 3,8 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. 2010 nur noch 2,9 Millionen. Das ist eine Folge der Abwrackprämie.
Die automobilen Wachstumsmärkte in Gegenwart und Zukunft liegen in Osteuropa. Deshalb verfolgen wir eine besondere Osteuropa-Strategie mit Terminal- und Transportnetzwerken.
Wir sind bereits in Russland und Polen, in der Ukraine, in Slowenien, Tschechien und in der Slowakei präsent. Um durchgängige Bahntransporte zwischen Ost und West realisieren zu können, planen wir ein Eisenbahnterminal an der weißrussischen Grenze, wo wir von der europäischen Normalspur auf die russische Breitspur wechseln können.
Zudem werden wir im brandenburgischen Falkenberg rund 10 Millionen Euro in die Reaktivierung eines Eisenbahnterminals investieren. Dort stehen 150.000 Quadratmeter Fläche und 18 Kilometer Gleise zur Verfügung.
In Falkenberg wollen wir Autozüge zusammenstellen, Inspektionen und Reparaturen vornehmen – nicht nur für unsere eigenen Waggons, sondern auch als Dienstleistung für andere Schienenunternehmen. Dazu werden wir eine neue Gesellschaft gründen, die BLG RailTec GmbH.
Langfristig können wir uns auch die Einbindung der Transsibirischen Eisenbahn in unser Transportnetzwerk vorstellen.
Wir setzen neben dem Ausbau unseres Schienenangebots auch auf die Binnenschifffahrt zum umweltfreundlichen Autotransport. Insgesamt sind sieben Binnenschiffe für den Autotransport im Einsatz – fünf auf dem Rhein und zwei auf der Donau. Dazu dienen die Inlandterminals als Stützpunkte.
Ein Teil des Transports aus den neuen Montagewerken in Südosteuropa machen wir über die Donau. Dabei spielt das Autoterminal in Kelheim eine zentrale Rolle für die Weiterverteilung an die Händler in Westeuropa.
Eine zunehmende Rolle spielt unsere BLG AutoRail. Seit 2008 investieren wir in eigene Spezialwaggons. Bis 2013 ist die Beschaffung von insgesamt 1.300 Waggons vorgesehen. Das entspricht 75 Ganzzügen. Zurzeit sind etwa 600 Waggons im Einsatz. 800 werden es Ende dieses Jahres sein.
2010 haben wir 220.000 Fahrzeuge transportiert, mehr als doppelt so viele wie 2009. Und auch in diesem Jahr werden wir auf der Schiene weiter wachsen. 320.000 Fahrzeugtransporte sind voraussichtlich erreichbar.
Insgesamt hat sich das Volumen bearbeiteter Fahrzeuge im Geschäftsbereich AUTOMOBILE 2010 auf 5,4 Millionen Fahrzeuge erhöht. Im Krisenjahr 2009 waren es nur 4,6 Millionen. Hauptgrund für das Wachstum war der Export-Boom in den Seehäfen.
In diesem Jahr werden wir weiter wachsen und allein in Bremerhaven wahrscheinlich mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge umschlagen.
Den wesentlichen Beitrag dazu leisten die Seehafenterminals in Bremerhaven und Cuxhaven sowie die BLG AutoRail. Wir sind gerade dabei, den Autoterminal Cuxhaven auszubauen.
Durch Neugeschäfte wird der Terminal nach 110.000 Fahrzeugen im vergangenen Jahr 2011 auf einen Gesamtumschlag von 190.000 Fahrzeugen kommen. Bei den Neugeschäften geht es um Opel-Modelle aus England für Deutschland und Polen sowie Mercedes-Fahrzeuge aus deutscher Fertigung für den schwedischen Markt.
Die Investitionen von gut 3,5 Millionen Euro in Cuxhaven umfassen einen Ro/Ro-Anleger, 53.0000 Quadratmeter neue Flächen und technische Einrichtungen.
Dr. Bernd Lieberoth-Leden: Es gibt ein ganz aktuelles Highlight. Diese neue Botschaft kann ich hier erstmals überbringen.
Tchibo gehört zu den größten Online-Handelsunternehmen in Deutschland. 2014 übernehmen wir auch die Logistik für das Onlinegeschäft dieses Großkunden. Damit ist etwa eine Verdoppelung des gegenwärtigen Geschäftsvolumens im Hochregallager verbunden. Zudem gibt es 200 neue Arbeitsplätze in Bremen.
Die heutige Original-Pressemitteilung von Tchibo dazu finden Sie in Ihren Unterlagen.
Wir werden 40 Millionen Euro in den Ausbau unseres Hochregallagers investieren. Denn wir brauchen für das Online-Geschäft automatisierte Kleinteilelager, eine Sortieranlage und neue Förderbrücken zur Verbindung der Gebäude. Darüber hinaus wird in die IT investiert.
Ab 2014 werden dann bislang getrennte Vertriebswege aus einer Anlage bedient. Das ist eine hervorragende Voraussetzung für einen effizienten Multikanal-Vertrieb.
Mit den jetzt unterzeichneten Verträgen bindet sich Tchibo nun bis 2018 an den Standort Bremen. Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis.
Unser Geschäftsbereich CONTRACT umfasst komplexe Leistungen mit den Geschäftsfeldern Autoteile-, Industrie- und Handelslogistik sowie Seehafenlogistik.
Der Markt der Kontraktlogistik ist sehr heterogen mit entsprechend unterschiedlichen Wachstums- und Ergebnisperspektiven.
Das Geschäftsfeld Handelslogistik hat sich entsprechend den Erwartungen positiv entwickelt. Durch eine Vertragsverlängerung mit dem Großkunden Tchibo bis 2018 konnten die erheblichen Investitionen im Hochregallager Bremen abgesichert werden.
Das Geschäftsfelds Autoteilelogistik ist von der Entwicklung in der Automobilindustrie und hartem Wettbewerb geprägt.
Aber es ist die Königs-Disziplin der Logistik mit besonders ausgeprägtem Know-how und wir haben allein in diesem Geschäftsfeld weltweit schon über 2.000 Arbeitsplätze.
Das Know-how der BLG in dieser Königs-Disziplin ist weltweit geschätzt. So konnten wir erfolgreich zwei Neugeschäfte akquirieren.
Im August 2010 haben wir den Zuschlag für den Autoteileversand von Volkswagen erhalten. Das umfasst die Versandverpackung von Fahrzeugen und die Belieferung der weltweiten Volkswagen-Produktionen mit rund 3.000 unterschiedlichen Fahrzeugteilen und Komponenten.
Das Geschäft läuft mengenmäßig zurzeit hoch. Das soll im Juni abgeschlossen sein. Für Bremen bedeutet das rund 160 neue Arbeitsplätze.
Ein Neugeschäft etwa gleicher Größenordnung hat uns Volkswagen in Brasilien übertragen. Dabei geht es um den weltweiten Export von Fahrzeugteilen von drei Standorten aus.
Das erste Los dieses Neugeschäftes betrifft die Fahrzeugteile, die im VW-Werk bei Sao Paulo gefertigt werden. Es wird noch in diesem Monat anlaufen. Die beiden anderen Standorte folgen dann im August. Dort werden Rohbauteile beziehungsweise Motoren gefertigt.
Während wir den Handels- und Autoteilelogistik sehr erfolgreich unterwegs sind, ist das im Geschäftsfeld Seehafenlogistik wesentlich schwieriger.
Im konventionellen Stückgutmarkt herrscht nach wie vor Verdrängungswettbewerb. Durch Kosteneinsparungen schloss das Geschäftsfeld 2010 aber dennoch mit Umsatz- und Ergebnissteigerungen ab.
Ein interessantes neues Geschäftsfeld ist die Logistik für die Offshore-Windenergie. In den kommenden Jahren steht ein anhaltender Bau-Boom bevor. 29 Windparks in der deutschen Nordsee sind bereits genehmigt. 40 weitere sind in der Planung.
Die Kosten für die Offshore-Energie müssen aber erheblich reduziert werden, um im Wettbewerb bestehen zu können. Das geht nur mit industrieller Serienproduktion der Anlagen und durchgängigen Logistikprozessen. Dafür haben wir die entsprechenden Leistungen entwickelt.
Emanuel Schiffer: EUROGATE betreibt – teilweise auch mit starken Partnern – neun Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg, Gioia Tauro, La Spezia, Salerno, Cagliari, Ravenna und in Lissabon sowie in Tanger.
Dieser Geschäftsbereich ist vor allem im Containerumschlaggeschäft aktiv. Zudem gehören Distribution und Lagerung von Gütern, intermodale Transporte, Containerdepots und Reparatureinrichtungen sowie technische- und IT-Dienstleistungen zum Leistungsportfolio.
Ferner ist EUROGATE an mehreren Binnenterminals und Eisenbahnunternehmen beteiligt.
Darüber hinaus wird EUROGATE 2012 Hauptbetreiber in Wilhelmshaven und Partnerbetreiber im russischen Ust-Luga.
Der Containerverkehr ist ein dauerhafter Zukunftsmarkt. Bis 2025 soll sich der Umschlag auf den Terminals etwa vervierfachen. Die stärksten Impulse kommen aus dem Fahrtgebiet Europa – Asien, insbesondere aus China. Aber auch Osteuropa ist wieder auf Wachstumskurs und der Nachholbedarf dort ist groß. Davon profitieren unsere Terminals.
Die EUROGATE-Terminals haben 2010 insgesamt 12,6 Millionen TEU umgeschlagen. Das sind 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Dabei stieg der Containerumschlag in Deutschland um 4,7 Prozent. Die italienischen Terminals verzeichneten ein Plus von 0,8 Prozent. Das liegt unter anderem an dem Verkauf des Terminals in Livorno. Diese Mengen fehlen in der Umschlagsstatistik.
Der Terminal in Marokko hat sich im zweiten vollen Betriebsjahr sehr gut entwickelt und schlug 2010 rund 681.000 TEU um, 56 Prozent mehr als 2009.
Die vorübergehend ausgesetzten Baumaßnahmen am Terminal Ust-Luga sind im 2010 wieder aufgenommen worden. Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts ist für das erste Quartal 2012 vorgesehen.
Der Betriebsbeginn des EUROGATE Container Terminals Wilhelmshaven wurde auf August 2012 verschoben. Wilhelmshaven bietet auch den größten Containerschiffen optimale nautische Bedingungen.
Bis 2014 kommen 175 neue Carrier mit Stellkapazitäten von über 10.000 TEU in Fahrt. Darunter auch die neuen Giganten der Maersk Line mit 18.000 TEU. Für Wilhelmshaven haben wir in China die größten Containerbrücken der Welt bestellt.
In Bremerhaven verstärkt sich demnächst das Offshore-Geschäft. Die Nutzung vorhandener Terminalteile für Lagerung und Umschlag von Offshore-Bauelementen ist zeitlich begrenzt, aber notwendig, solange es noch keine Alternative gibt. Schwerpunkt bleibt der Containerumschlag. Die geplante Offshore-Plattform in Bremerhaven soll 2014 betriebsbereit sein.
Hartmut Mekelburg: Die BLG braucht als internationaler Logistikdienstleister engagierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um der Globalisierung und den gesellschaftlichen Veränderungen weiterhin Rechnung zu tragen.
Deshalb werden das Demografie,- und Talentmanagement, noch stärker als bisher, die bestimmenden Faktoren einer erfolgreichen Personalarbeit beinhalten müssen.
Um gute Leute gewinnen, fördern und im Unternehmen halten zu können, müssen wir als Arbeitgeber attraktiv sein. Dazu gehören bei uns gezielte Weiterbildung, Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und das Angebot betrieblicher Sozialsysteme.
Sehr ernst nehmen wir die berufliche Erstausbildung. 2010 lag die Zahl der Auszubildenden mit 351, in etwa auf dem gleichen Niveaus des Spitzenjahres 2008. Wir bilden in insgesamt sechzehn verschiedenen kaufmännischen und gewerblichen Berufen aus. Als Beweis hierfür, wurde unsere Ausbildung 2010 von der Industrie- und Handelskammer mit dem Prädikat „Qualität durch Ausbildung“ anerkannt.
Unsere Talentförderung findet auch im Rahmen des dualen Studiums statt. Neben der kaufmännischen Ausbildung kann parallel ein Bachelor-Abschluss erlangt werden. Gegenwärtig haben wir 26 Auszubildenden den Zugang zum dualen Studium ermöglicht.
Zudem haben wir Schulpatenschaften und Kooperationen mit Hochschulen. Hier können i.A. Studenten bei uns Praxissemester absolvieren oder ihre Diplomarbeit schreiben.
Um gezielt Fach- und Führungskräfte auszubilden, bieten wir Hochschulabsolventen aber auch internen Bewerbern ein zweijähriges Führungskräftenachwuchsprogramm an. Ziel ist es, für jeden Teilnehmer eine passende Position im Unternehmen zu finden um somit Karrieren planen und gestalten zu können. 2010 wurden 18 junge Frauen und Männer neu in das Programm aufgenommen. Insgesamt hatten wir bisher 85 Teilnehmer, davon in etwa die Hälfte an Frauen.
Alljährlich ermitteln wir auch den Entwicklungs- und Weiterbildungsbedarf unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Beurteilungs- und Mitarbeitergespräche.
Neben fachbezogenen Seminaren und Workshops gibt es auch Trainingsmaßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung.
Soweit hierzu
2010 hatten wir nach den Angaben in unserem Geschäftsbericht 5.949 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das waren 40 mehr als 2009. Allerdings handelt es sich hierbei um Zahlen des bilanzierten Konsolidierungskreises (Bilanztechnik der WPs) und spiegelt nicht die tatsächliche durch den Konzern veranlasste Beschäftigtenzahl wieder.
Als Beispiel möchte ich hierzu anführen, dass wir allein in Bremen und Bremerhaven incl. Eurogate, NTB und dem GHB derzeit über 8000 MA beschäftigen.
Und wenn wir unsere Nationalen und weltweiten Aktivitäten dazu nehmen liegt die Zahl der Arbeitsplätze bei der BLG bei knapp 15.000.
Detthold Aden: Lassen Sie mich abschließend noch ein paar Worte zum Stichwort Nachhaltigkeit bei der BLG sagen. Nachhaltiges Handeln heißt, wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden.
Zentrale Bestandteile unserer Strategie sind Umweltmanagement, eine verantwortungsbewusste Personalpolitik, Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge. Zudem gesellschaftliches Engagement.
Als seehafenorientierter Logistikdienstleister profitieren wir von der Globalisierung. Mit dem Wachstum ist zwangsläufig steigendes Transportvolumen verbunden. Verantwortungsbewusste Logistik setzt auf die Schonung der Umwelt. Dafür steht der Begriff Green Logistics.
Für den Transportsektor bedeutet das, die Luftverschmutzung oder die Lärmbelastung zu verringern. Doch auch bei vielen anderen logistischen Dienstleistungen sind Verbesserungen möglich.
Wir arbeiten laufend daran, das Bewusstsein für das Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie zu schaffen und zu stärken.
Im Geschäftsbereich AUTOMOBILE werden regelmäßig Energie- und Kraftstoff-sparende Trainings durchgeführt, die das Fahrverhalten hinsichtlich des Energieverbrauchs und des schonenden Umgangs mit dem Lkw optimieren. Damit sparen wir bis zu 15 Prozent Kraftstoff ein.
Darüber hinaus umfasst die Schulung auch eine optimierte Routenplanung, um Leerfahrten möglichst zu vermeiden.
Im Geschäftsbereich CONTRACT fahren die dieselgetriebenen Gabelstapler mit Rußpartikelfiltern. So werden Emissionen auf ein Minimum reduziert.
Außerdem wurden Container- und Gabelstapler vom Hydrauliköl auf pflanzliches Panolinöl umgerüstet. In den einzelnen Arbeitsgeräten sind immerhin bis zu 1.600 Liter Öl in der Hydraulik.
Im Geschäftsbereich CONTAINER zählen die Van Carrier zu den großen Energieverbrauchern. Um den Verbrauch zu reduzieren, werden Kondensatoren eingesetzt, um die schnelle Aufnahme und Abgabe von Energie zu ermöglichen. So kann die Energie, die beim Absetzen des Containers und beim Bremsen frei wird, zwischengespeichert werden und beim Wiederanfahren und Heben wieder zurück ins System gegeben. Das reduziert den Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent.
Eine weitere Maßnahme zur Reduzierung des Verbrauchs wird durch eine effizientere Wegeplanung erreicht. Durch eine veränderte Fahrweise in einer optimierten Streckenführung kann der Kraftstoffverbrauch um etwa acht Prozent gesenkt werden, indem die Anzahl der Kurven und damit auch die Bremsmanöver und Beschleunigungen reduziert werden.
Das sind nur einige Beispiele. Wir sind aber in dieser Hinsicht in allen Geschäftsfeldern permanent am Ball, um dem Anspruch der green logistics gerecht zu werden.
Die BLG LOGISTICS GROUP ist mit ihren Töchtern und Beteiligungen ein international engagierter Logistikdienstleister. Ein vergleichbares Netzwerk mit Terminals an der See und im Binnenland sowie vielen weiteren Standorten für spezialisierte Logistikleistungen kann kein anderer Logistiker in Europa bieten.
Mit unseren Geschäftsbereichen Automobil- und Containerlogistik sind wir Marktführer in Europa. Unser Geschäftsbereich Kontraktlogistik gehört zu den führenden deutschen Anbietern.
Die Weltwirtschaft befindet sich auf dem Weg aus einer tiefen Konjunkturkrise, die aber auch strukturelle Änderungen nach sich zieht. Darauf reagieren wir mit unserer mittel- und langfristig angelegten Wachstumsstrategie.
Dass dieser Weg erfolgreich ist, hat sich im Geschäftsjahr 2010 wieder eindeutig bewiesen. Wir sind mit unseren Bestandskunden gewachsen und wir haben neue Geschäfte hinzu gewonnen.
Wir erbringen die Vielfalt unserer logistischen Dienstleistungen seit vielen Jahren für renommierte Marken wie BMW, Mercedes, VW, MAN, Bosch, Konica Minolta, Siemens, Ikea, Tchibo, adidas / Reebok, Griesson – de Beukelaer und andere mehr.
Diese Marken stehen für Werte, Qualität und Zuverlässigkeit. Ebenso wie diese Marken stehen dafür auch wir mit unseren Leistungen. Deshalb haben wir unserem Geschäftsbericht 2010 den Rahmentitel MARKENBEWUSST gegeben.
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