
Rede von Detthold Aden, Vorstandsvorsitzender der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT - Aktiengesellschaft - von 1877 am 09. Juni 2011
Werte Aktionärinnen und Aktionäre,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Freunde und Partner der BLG,
ich begrüße Sie herzlich zu unserer Hauptversammlung hier im Congress Centrum Bremen.
Ich bin mir sicher: Sie erwarten gute Zahlen und einen positiven Ausblick.
Ich werde Sie nicht enttäuschen.
Meine Damen und Herren,
wir erleben schnelllebige Zeiten. Um in diesen Zeiten nachhaltig erfolgreich zu sein, bedarf es vor allem Vertrauen. Vertrauen schaffen wir durch Offenheit und Transparenz.
Deswegen stelle ich an dieser Stelle erneut das Geschäftsmodell der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT- Aktiengesellschaft von 1877 an den Anfang meiner Ausführungen.
Die börsennotierte BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT- Aktiengesellschaft von 1877 ist ausschließlich persönlich haftende Gesellschafterin der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG.
Die BLG AG hat in dieser Funktion das Management der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG übernommen. Am Gesellschaftskapital dieser Gesellschaft ist die BLG AG nicht beteiligt und ihr steht auch kein Ergebnisbezugsrecht an dieser Gesellschaft zu.
Für die übernommene Haftung erhält die BLG AG eine ergebnisunabhängige Haftungsvergütung in Höhe von 5 Prozent ihres im Jahresabschluss des jeweiligen Vorjahres ausgewiesenen Eigenkapitals. Für 2010 waren das 785 TEUR.
Daneben erhält die BLG AG für ihre Managementtätigkeit eine Arbeitsvergütung in Höhe von 5 Prozent des Jahresüberschusses der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG vor Abzug dieser Vergütung.
Die Arbeitsvergütung beträgt mindestens 256 TEUR und höchstens 2,5 Millionen Euro. Diese Deckelung ist seit 2007 auf das Doppelte angehoben worden. Für das Geschäftsjahr 2010 betrug diese Vergütung 830 TEUR.
Darüber hinaus werden der Gesellschaft unmittelbar aus der geschäftsführenden Tätigkeit bei der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG entstehende Aufwendungen (z.B. für den Vorstand oder Aufsichtsrat) von dieser erstattet.
Zusätzlich erwirtschaftet die BLG AG durch die Ausleihung von Finanzmitteln an die BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG Zinserträge.
Die bisher bestehenden Darlehen wurden dabei mit einer Ausnahme im Vorjahr in das zentrale Cash Management überführt. Die Verzinsung der zur Verfügung gestellten Mittel erfolgt unverändert zu marktüblichen Konditionen.
Die Finanzierung ist risikoarm. Die Zinserträge aus den Ausleihungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 540 TEUR.
Weitere Ertragsquellen hat die BLG AG nicht.
Der Jahresüberschuss stieg 2010 auf rund 1,3 Millionen Euro nach 0,9 Millionen Euro im Vorjahr. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Wiedererlangung der wirtschaftlichen Stabilität, die sich auf die Höhe der an die BLG AG zu zahlende Arbeitsvergütung ausgewirkt hat. Dadurch wurde das Ergebnis der BLG AG positiv beeinflusst.
Ausgehend von der Ergebnisentwicklung und im Sinne einer soliden Dividendenpolitik schlagen Ihnen Vorstand und Aufsichtsrat vor, den zur Verfügung stehenden Bilanzgewinn in Höhe von 1.152.000 Euro zur Ausschüttung einer Dividende von 30 Euro-Cent je Stückaktie, entsprechend einer Rendite von rund 12 Prozent auf das dividendenberechtigte Grundkapital von 9,984 Millionen Euro zu verwenden.
Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 89 Prozent. Damit liegen wir übrigens im Trend aktuell hoher Ausschüttungsquoten.
Neben der soliden Dividende hat sich der Kurs der Aktie im Durchschnitt der letzten 12 Monate in einem volatilen Marktumfeld gut behauptet. Der aktuelle Kurs liegt mit durchschnittlich 9,6 Euro an den notierten Börsen circa 10 Prozent über dem Kursniveau des Vorjahres.
Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und Engagement in der BLG AG. Wir verstehen dies als Verpflichtung und Ansporn zugleich, weiterhin für den nachhaltigen unternehmerischen Erfolg der BLG AG zu arbeiten.
Nun erfülle ich Ihren Informationsanspruch zum Konzernabschluss der BLG AG.
Die Krise ist vorbei. Aber nach Krise ist nicht vor der Krise. Es gibt strukturelle Veränderungen. Darauf stellen wir uns ein.
Die strukturellen Veränderungen betreffen den Umschlag konventioneller Güter im Neustädter Hafen, aber vor allem den Geschäftsbereich AUTOMOBILE, der mit der Logistik für Fertigfahrzeuge befasst ist.
Durch die schwache Inlandsnachfrage und die geringen Importzahlen haben wir auf den Terminals, in den Technikzentren und bei den Transporten auf der Straße Probleme.
Deshalb nutzen wir vorübergehend Terminalflächen in Bremerhaven für die Lagerung und den Umschlag von Windenergieanlagen. Kerngeschäft bleibt aber der Auto- und Containerumschlag.
Das Geschäftsjahr 2010 stand insgesamt im Zeichen einer unerwartet positiven Entwicklung. Davon konnten alle Geschäftsbereiche profitieren.
Unser Vorsteuerergebnis hat sich gegenüber 2009 auf 34,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Unsere Umsatzerlöse beliefen sich auf knapp 900 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von etwa zehn Prozent.
Den entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisentwicklung hatte das wachsende Geschäftsvolumen bei gleichzeitigen Kostensenkungen - unterstützt vom wachsenden Welthandel.
Zudem haben wir ein neues Geschäftsfeld entwickelt - die Logistik für Offshore-Windanlagen. Es gibt bereits konkrete Geschäfte. Das wird sich verstärken, wenn der große Bau-Boom einsetzt.
Im Geschäftsbereich CONTAINER ist unser Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE wieder gewachsen. Dabei war Bremerhaven der wesentliche Wachstumsträger.
Der Betriebsbeginn des EUROGATE Container Terminals Wilhelmshaven wurde auf August 2012 festgelegt. Das ist aus heutiger Sicht ein optimaler Zeitpunkt.
Insgesamt erwarten wir auch in diesem Geschäftsjahr weiteres Wachstum für die BLG. Das gilt für unsere Umsatzerlöse und für unser Vorsteuerergebnis. Geplant ist ein EBT von mehr als 40 Millionen Euro.
2010 haben wir einen Konzernumsatz von 897,4 Millionen Euro erreicht. Das sind 9,6 Prozent mehr als 2009.
Der überwiegende Anteil des Zuwachses entfällt auf den Geschäftsbereich CONTRACT. Die Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTAINER verzeichneten aber ebenfalls wachsende Erlöse.
Nach dem starken Rückgang des operativen Ergebnisses EBIT im Vorjahr hat der Konzern 2010 ein um 14,7 Millionen Euro verbessertes EBIT von 49,9 Millionen Euro erwirtschaftet.
Während die Geschäftsbereiche CONTAINER und CONTRACT sowie die Zentralbereiche positiv zu der Entwicklung beitrugen, verzeichnet der Geschäftsbereich AUTOMOBILE wegen des Auslaufens der Abwrackprämie einen leichten Rückgang.
Für das Geschäftsjahr 2010 errechnet sich eine auf das EBIT bezogene Umsatzrendite von 5,6 Prozent, nach 4,3 Prozent im Vorjahr.
Das Ergebnis vor Steuern EBT verdoppelte sich auf 34,1 Millionen Euro.
Die Bilanzsumme liegt mit 976,3 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau.
Die Investitionen in langfristige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich 2010 auf 33,6 Millionen Euro. 2009 waren es 77,8 Millionen Euro.
Das Eigenkapital stieg im Berichtsjahr um 18,6 Millionen Euro auf 330,4 Millionen.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2010 auf 33,8 Prozent. Im Vorjahr waren es 31,9 Prozent.
Auf der Grundlage des im Jahr 2010 erzielten Ergebnisses vor Steuern von 34,1 Millionen Euro ist ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 110,8 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Im Vorjahr waren es 83,4 Millionen.
2010 konnte die Nettoverschuldung des Konzerns um 52,4 Millionen Euro auf 349,1 Millionen reduziert werden. Die erforderlichen Finanzmittel wurden im Wesentlichen aus dem gestiegenen Konzernjahresüberschuss sowie der deutlich reduzierten Investitionen generiert.
Liquiditätsengpässe sind weder aktuell noch in absehbarer Zukunft zu erwarten.
Lassen Sie mich Ihnen nun, meine Damen und Herren, einen Überblick über die Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsbereichen geben.
Unser Geschäftsbereich AUTOMOBILE bietet mit Seehafen- und Inlandterminals, intermodalen Transporten und technischen Dienstleistungen ein umfassendes Logistikpaket für Fertigfahrzeuge.
Dazu gehören Umschlag, Lagerung, Technikzentren, speditionelle Leistungen sowie Transporte per Schiene, Straße und Wasser. Damit ist die Logistikkette von den Fahrzeugherstellern bis zu den Händlern komplett.
Mit diesem Netzwerk haben wir unsere führende Position in Europa im Geschäftsjahr 2010 weiter gefestigt.
Für Bremerhaven ist die neue Kaiserschleuse von großer Bedeutung. Sie wird nicht nur den größten Autoschiffen in Gegenwart und Zukunft gerecht. Sie ist auch für die Montageschiffe der Offshore-Anlagen geeignet.
Anfang dieses Jahres haben wir von der Erbengemeinschaft E.H. Harms die restlichen sechs Prozent der Anteile übernommen. Damit gehört das Unternehmen nun vollständig zur BLG.
Die Pkw-Fertigung der deutschen Hersteller stieg 2010 um 12 Prozent auf 5,5 Millionen Fahrzeuge. Bei einer schwachen Inlandsnachfrage sind aber die Exporte Richtung Asien und USA erheblich gewachsen.
In Deutschland ist mit Auslaufen der Abwrackprämie Ende 2009 die Nachfrage nach Importfahrzeugen eingebrochen. Das hat 2010 zu einer erheblichen Verschiebung von Import und Export bewirkt. Davon sind vor allem unsere Technikzentren und die Straßentransporte betroffen.
Der Geschäftsbereich AUTOMOBILE betreibt neben den Seehafenterminals in Bremerhaven, Gioia Tauro, Cuxhaven, Hamburg, Danzig und St. Petersburg auch mehrere Inlandterminals am Rhein und an der Donau.
Die Entwicklung der Inlandterminals ist von der deutschen Automobilkonjunktur geprägt. 2009 wurden noch 3,8 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. 2010 nur noch 2,9 Millionen. Das ist eine Folge der Abwrackprämie.
Die automobilen Wachstumsmärkte in Gegenwart und Zukunft liegen in Osteuropa. Deshalb verfolgen wir eine besondere Osteuropa-Strategie mit Terminal- und Transportnetzwerken.
Wir sind bereits in Russland und Polen, in der Ukraine, in Slowenien, Tschechien und in der Slowakei präsent. Um durchgängige Bahntransporte zwischen Ost und West realisieren zu können, planen wir ein Eisenbahnterminal an der weißrussischen Grenze, wo wir von der europäischen Normalspur auf die russische Breitspur wechseln können.
Langfristig können wir uns auch die Einbindung der Transsibirischen Eisenbahn in unser Transportnetzwerk vorstellen.
Zudem werden wir im brandenburgischen Falkenberg rund 10 Millionen Euro in die Reaktivierung eines Eisenbahnterminals investieren. Dort stehen 150.000 Quadratmeter Fläche und 18 Kilometer Gleise zur Verfügung.
In Falkenberg wollen wir Autozüge zusammenstellen, Inspektionen und Reparaturen vornehmen.
Wir setzen neben dem Ausbau unseres Schienenangebots auch auf die Binnenschifffahrt zum umweltfreundlichen Autotransport. Insgesamt sind sieben Binnenschiffe für den Autotransport im Einsatz – fünf auf dem Rhein und zwei auf der Donau. Dazu dienen die Inlandterminals als Stützpunkte.
Eine zunehmende Rolle spielt unsere BLG AutoRail. Seit 2008 investieren wir in eigene Spezialwaggons. Bis 2013 ist die Beschaffung von insgesamt 1.300 Waggons vorgesehen. Das entspricht 75 Ganzzügen. Zurzeit sind etwa 600 Waggons im Einsatz. 800 werden es Ende dieses Jahres sein.
2010 haben wir 220.000 Fahrzeuge transportiert, mehr als doppelt so viele wie 2009. Und auch in diesem Jahr werden wir auf der Schiene weiter wachsen. 320.000 Fahrzeugtransporte sind voraussichtlich erreichbar.
Insgesamt hat sich das Volumen bearbeiteter Fahrzeuge im Geschäftsbereich AUTOMOBILE 2010 auf 5,4 Millionen Fahrzeuge erhöht. Im Krisenjahr 2009 waren es nur 4,6 Millionen. Hauptgrund für das Wachstum war der Export-Boom in den Seehäfen.
In diesem Jahr werden wir weiter wachsen und allein in Bremerhaven wahrscheinlich mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge umschlagen.
Den wesentlichen Beitrag dazu leisten die Seehafenterminals in Bremerhaven und Cuxhaven sowie die BLG AutoRail. Wir sind gerade dabei, den Autoterminal Cuxhaven auszubauen.
In unserem Geschäftsbereich CONTRACT gehört das Geschäftsfeld Handelslogistik zu den tragenden Säulen. Einer unserer Großkunden ist Tchibo.
Das Unternehmen gehört zu den größten Online-Handelsunternehmen in Deutschland. 2014 übernehmen wir auch die Logistik für das Onlinegeschäft dieses Großkunden. Damit ist etwa eine Verdoppelung des gegenwärtigen Geschäftsvolumens im Hochregallager verbunden. Zudem gibt es 200 neue Arbeitsplätze in Bremen.
Mit den kürzlich unterzeichneten Verträgen bindet sich Tchibo bis 2018 an den Standort Bremen.
Das Geschäftsfeld Handelslogistik hat sich entsprechend den Erwartungen positiv entwickelt.
Das Geschäftsfelds Autoteilelogistik ist von der Entwicklung in der Automobilindustrie und hartem Wettbewerb geprägt.
Aber es ist die Königs-Disziplin der Logistik mit besonders ausgeprägtem Know-how und wir haben allein in diesem Geschäftsfeld weltweit schon über 2.000 Arbeitsplätze.
Das Know-how der BLG in dieser Königs-Disziplin ist weltweit geschätzt. So konnten wir erfolgreich zwei Neugeschäfte akquirieren.
Im August 2010 haben wir den Zuschlag für den Autoteileversand von Volkswagen erhalten. Das umfasst die Versandverpackung von Fahrzeugen und die Belieferung der weltweiten Volkswagen-Produktionen mit rund 3.000 unterschiedlichen Fahrzeugteilen und Komponenten. Für Bremen bedeutet das rund 160 neue Arbeitsplätze.
Ein Neugeschäft etwa gleicher Größenordnung hat uns Volkswagen in Brasilien übertragen. Dabei geht es um den weltweiten Export von Fahrzeugteilen von drei Standorten aus.
Während wir den Handels- und Autoteilelogistik sehr erfolgreich unterwegs sind, ist das im Geschäftsfeld Seehafenlogistik wesentlich schwieriger.
Im konventionellen Stückgutmarkt herrscht nach wie vor Verdrängungswettbewerb. Durch Kosteneinsparungen schloss das Geschäftsfeld 2010 aber dennoch mit Umsatz- und Ergebnissteigerungen ab.
Ein interessantes neues Geschäftsfeld ist die Logistik für die Offshore-Windenergie. In den kommenden Jahren steht ein anhaltender Bau-Boom bevor. 29 Windparks in der deutschen Nordsee sind bereits genehmigt. 40 weitere sind in der Planung.
Der Aufsichtsrat hat auf einer außerordentlichen Sitzung am 19. Mai Investitionen in Höhe von rund 20 Millionen Euro für den Ausbau unserer Windenergie-Logistik freigegeben.
Im Einzelnen betreffen die Investitionen den Ausbau und die Ertüchtigung der ABC-Halbinsel auf dem Autoterminal Bremerhaven. Von dort sollen künftig Schwerlastgüter unter anderem für die Errichtung von Offshore Windparks umgeschlagen werden.
Mit dieser Investitionsentscheidung gelingt der BLG der Einstieg als Anbieter ganzheitlicher Logistikketten für die Offshore-Industrie.
Die Zwischenlagerung auf dem Autoterminal ist aber zeitlich begrenzt, solange es noch keine bedarfsgerechte Offshore-Plattform in Bremerhaven gibt. Diese soll bis 2014 realisiert werden.
Unser Geschäftsbereich CONTAINER wird durch das Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE entwickelt. EUROGATE betreibt – teilweise auch mit starken Partnern – neun Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg, Gioia Tauro, La Spezia, Salerno, Cagliari, Ravenna und in Lissabon sowie in Tanger.
Dieser Geschäftsbereich ist vor allem im Containerumschlaggeschäft aktiv. Zudem gehören Distribution und Lagerung von Gütern, intermodale Transporte, Containerdepots und Reparatureinrichtungen sowie technische- und IT-Dienstleistungen zum Leistungsportfolio.
Ferner ist EUROGATE an mehreren Binnenterminals und Eisenbahnunternehmen beteiligt.
Darüber hinaus wird EUROGATE 2012 Hauptbetreiber in Wilhelmshaven und Partnerbetreiber im russischen Ust-Luga.
Die EUROGATE-Terminals haben 2010 insgesamt 12,6 Millionen TEU umgeschlagen. Das sind 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Dabei stieg der Containerumschlag in Deutschland um 4,7 Prozent. Die italienischen Terminals verzeichneten ein leichtes Plus von 0,8 Prozent.
Der Terminal in Marokko hat sich im zweiten vollen Betriebsjahr sehr gut entwickelt und schlug 2010 rund 681.000 TEU um, 56 Prozent mehr als 2009.
Die vorübergehend ausgesetzten Baumaßnahmen am Terminal Ust-Luga sind im 2010 wieder aufgenommen worden. Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts ist für das erste Quartal 2012 vorgesehen.
Der Betriebsbeginn des EUROGATE Container Terminals Wilhelmshaven wurde auf August 2012 festgesetzt. Wilhelmshaven bietet auch den größten Containerschiffen optimale nautische Bedingungen.
Bis 2014 kommen sehr viele neue Carrier mit Stellkapazitäten von über 10.000 TEU in Fahrt. Darunter auch die neuen Giganten der Maersk Line mit 18.000 TEU.
Für Wilhelmshaven haben wir in China die größten Containerbrücken der Welt bestellt.
Lassen Sie uns, meine Damen und Herren, noch einen Blick auf die personelle Entwicklung werfen. Die BLG braucht als internationaler Logistikdienstleister engagierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um der Globalisierung und den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen.
Um gute Leute gewinnen, fördern und im Unternehmen halten zu können, müssen wir als Arbeitgeber attraktiv sein. Dazu gehören bei uns gezielte Weiterbildung, Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und betriebliche Sozialsysteme.
Sehr ernst nehmen wir die berufliche Erstausbildung. 2010 lag die Zahl der Auszubildenden mit 351 etwa auf dem gleichen Niveau des Spitzenjahres 2008. Unser Engagement wurde 2010 von der Industrie- und Handelskammer mit dem Prädikat „Qualität durch Ausbildung“ anerkannt.
Zudem bilden wir auch im dualen System aus.
Darüber hinaus haben wir Schulpatenschaften und Kooperationen mit Hochschulen. Hier können Studenten bei uns Praxissemester absolvieren oder ihre Diplomarbeit schreiben.
Um gezielt Fach- und Führungskräfte auszubilden, bieten wir Hochschulabsolventen aber auch internen Bewerbern ein zweijähriges Führungskräftenachwuchsprogramm an.
2010 hatten wir nach den Angaben in unserem Geschäftsbericht 5.949 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das waren 40 mehr als 2009. Dabei handelt es sich um Zahlen des bilanzierten Konsolidierungskreises.
Sie spiegeln nicht die tatsächliche durch den Konzern veranlasste Beschäftigung wider.
Weltweit bietet die BLG zusammen mit ihren Partnerunternehmen bereits rund 15.000 Arbeitsplätze, mehr als die Hälfte davon in Bremen und Bremerhaven.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich abschließend noch ein paar Worte zum Stichwort Nachhaltigkeit bei der BLG sagen. Nachhaltiges Handeln heißt, wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden.
Zentrale Bestandteile unserer Strategie sind Umweltmanagement, eine verantwortungsbewusste Personalpolitik, Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge. Zudem gesellschaftliches Engagement.
Für unsere Branche steht auch der Begriff Green Logistics. Das bedeutet, im Bereich der Transporte Luftverschmutzung und Lärmbelastung zu verringern. Doch auch bei vielen anderen logistischen Dienstleistungen sind Verbesserungen möglich.
Wir arbeiten laufend daran, das Bewusstsein für das Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie zu schaffen und zu stärken. Wir sind in dieser Hinsicht in allen Geschäftsfeldern permanent aktiv, um dem Anspruch der green logistics gerecht zu werden.
Die BLG LOGISTICS GROUP ist mit ihren Töchtern und Beteiligungen ein international engagierter Logistikdienstleister. Ein vergleichbares Netzwerk mit Terminals an der See und im Binnenland sowie vielen weiteren Standorten für spezialisierte Logistikleistungen kann kein anderer Logistiker in Europa bieten.
Mit unseren Geschäftsbereichen Automobil- und Containerlogistik sind wir Marktführer in Europa. Unser Geschäftsbereich Kontraktlogistik gehört zu den führenden deutschen Anbietern.
Die Weltwirtschaft befindet sich auf dem Weg aus einer tiefen Konjunkturkrise, die aber auch strukturelle Änderungen nach sich zieht. Darauf reagieren wir mit unserer mittel- und langfristig angelegten Wachstumsstrategie.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, in Ergänzung zu den Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden zu den Bezügen des Vorstands möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen.
Die Notwendigkeit zur Anpassung ergibt sich aus der Corporate Governance und dem Vorstände-Vergütungsgesetz.
Dieses Thema wird bei der BLG AG besonders ernst genommen und entsprechend kommuniziert. So legen wir die Bezüge des Vorstands unterteilt in feste und variable Bezüge individualisiert bereits seit vielen Jahren offen. 2010 sind wir noch einen Schritt weiter gegangen. Wir veröffentlichen auch die Versorgungszusagen je Vorstandsmitglied.
Nun stelle ich Ihnen das neue System der Vorstandsvergütungen vor.
Der Aufsichtsrat berät und beschließt auf Vorschlag des Personalausschusses über das Vergütungssystem für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und überprüft es regelmäßig, das heißt jährlich.
Kriterien für die Angemessenheit der Vorstandsvergütung sind die Aufgaben und die persönliche Leistung des jeweiligen Vorstandsmitglieds, die wirtschaftliche und finanzielle Lage, die Größe und die globale Ausrichtung des Unternehmens sowie die nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Die Vergütung ist so bemessen, dass sie im internationalen und nationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit einen Anreiz für engagierte und erfolgreiche Arbeit bietet.
Das können wir aufgrund vieler Vergleiche beurteilen, die Grundlage für die Ermittlung der Höhe waren.
Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus dem Jahresgrundgehalt, der variablen Jahrestantieme und der variablen nachhaltigen Tantieme.
Das Grundgehalt wird als erfolgsunabhängige Vergütung monatlich anteilig gezahlt. Darüber hinaus sieht die Vergütungsregelung der Vorstandsmitglieder wie üblich Nebenleistungen, wie die Stellung eines Dienstwagens oder Kostenerstattung einer Gesundheitsvorsorgeuntersuchung, vor.
Die Nebenleistungen beinhalten auch die Übernahme der Prämien für eine angemessene Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung.
Seit dem 1. Juli 2010 haben die Mitglieder des Vorstands eine eingeschränkte eigenständige Selbstbehaltsversicherung in der gem. § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorgeschriebenen Höhe, die den Bedingungen des D & O Hauptversicherungsvertrages entspricht.
Zusätzlich erhalten Mitglieder des Vorstands teilweise für Aufsichtsratstätigkeiten bei Konzerngesellschaften Vergütungen.
Das jährliche Festgehalt beläuft sich auf 330.000 Euro für Vorstandsmitglieder, auf 424.000 Euro für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und auf 604.000 Euro für den Vorstandsvorsitzenden.
Das für EUROGATE zuständige Vorstandsmitglied erhält einschließlich einer entsprechenden Vergütung für den Vorsitz in der Gruppengeschäftsführung ein Jahresgehalt von 458.000 Euro.
Neben dem jährlichen Festgehalt sehen die Verträge eine vom Ergebnis des Konzerns vor Steuern abhängige variable Vergütung vor, die für den Gesamtvorstand auf maximal 3,5 Prozent des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (EBT) begrenzt ist.
Aus dem verfügbaren Tantieme-Budget erhalten die Vorstände eine Jahres-Tantieme, die durch Höchstbeträge begrenzt ist. Über die Höhe berät der Personalausschuss und empfiehlt und dem Aufsichtsrat entsprechend.
Bei derzeit sechs Vorständen betragen die Höchstbeträge für die Jahrestantieme jeweils 250.000 Euro bzw. 400.000 Euro für den Vorstandsvorsitzenden.
Sofern das Tantieme-Budget nach Gewährung der variablen Jahrestantieme noch nicht ausgeschöpft ist, kann der Aufsichtsrat den verbleibenden Restbetrag für die variable nachhaltige Tantieme nutzen.
Diese wird in Abhängigkeit von der Erreichung des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT) in den drei Folgejahren auf Basis der im Aufsichtsrat verabschiedeten Planung gewährt. Weiteres Kriterium ist das Erreichen des geplanten Return on Capital Employed (ROCE).
Damit stimmen die Kriterien für die Gewährung der Tantieme als Leistungsanreiz mit den im Konzern verwendeten Steuerungskennzahlen überein.
Die Auszahlung der variablen nachhaltigen Vergütung erfolgt jeweils nach drei Jahren, sofern die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt sind. Die nachhaltige Tantieme wird aus dem noch verfügbaren Tantieme-Budget gewährt und ist durch Höchstbeträge begrenzt.
Diese Grenze liegt bei 100.000 Euro für Vorstandsmitglieder beziehungsweise 150.000 Euro für den Vorstandvorsitzenden. Bei Nichterreichung der Kriterien kann die variable nachhaltige Vergütung entsprechend prozentual gekürzt werden.
Sämtliche Vorstandsverträge sehen gemäß der Empfehlungen der Corporate Governance mit Wirkung ab 1. Januar 2011 für den Fall einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund eine Abfindungszahlung von zwei Jahresvergütungen vor.
Sofern die Restlaufzeit des Vertrages weniger als zwei Jahre beträgt, ist die Abfindung anteilig zu berechnen. Die Abfindung beträgt in diesem Fall jedoch mindestens eine Jahresvergütung.
Die Höhe der Abfindung bestimmt sich grundsätzlich nach der Summe aus Grundgehalt und variabler Jahrestantieme ohne Sachbezüge und sonstige Nebenleistungen für das letzte volle Geschäftsjahr vor dem Ende des Anstellungsvertrages. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Übernahmeangebots bestehen nicht.
Bei dem neuen System handelt es sich um eine marktgerechte Vergütung, die sich nicht im oberen Bereich unserer Branche bewegt.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, damit möchte ich meine Ausführungen zunächst beschließen. Für Ihre Fragen stehe ich Ihnen nun selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
Abstimmungsergebnisse
Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung vom 9. Juni 2011 (PDF)
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